28.09.13 PANORAMA-TRAIL

Vom Tunnelblick zur Panoramasicht – ein abwechslungsreiches Herbstwochenende!
Der Special-Wanderevent führte dieses Jahr in die Zentralschweiz. Grund genug für Thomas aus Zürich und Isabelle aus Zug um aus der Versenkung zu verschwinden und auch mal wieder an einem Anlass in der Nähe teilzunehmen.

Allerdings wurde uns Beiden schon bald „es bitzeli Gschmuech“, als in Luzern weder eine Platzreservation noch andere Teilnehmer zu entdecken waren – und dies bis knapp 1 Minute vor Zugsabfahrt!

Schliesslich schaffte es aber auch die achtköpfige Berner Delegation mit Eventorganisator Rolf, Ursula, Andreas, Regula, Gere, Sigi, Marion und Roger im Schlepptau rechtzeitig auf das Zügli nach Stans. Von dort aus ging es noch ein ganzes Stück mit dem Poschi bis nach Seelisberg (ja, es gibt dort sowohl einen See als auch einen Berg…).

Vom Schweiss gebadet
Dann trennte sich die Spreu vom Weizen: Die einzig Vernünftige blieb Marion, die sich die ersten 450 stotzigen Höhenmeter in klebrigem Lehm ersparte, indem sie die gemütliche kleine Kabinenbahn benutzte….

Der steile Anstieg wurde belohnt durch einen Halt am ersten Wasserloch, dem sympathischen Beizli auf der Alp „Weid“. Schusselig wie immer – einmal vergesse ich das Bahnbillet, dann die Stöcke im Zug, diesmal den Proviant im Kühlschrank – musste ich Futter posten und versuchte ein ausgezeichnetes, selbstgemachtes Birnenbrot: Definitiv besser als das eingepackte Knäckebrot! Gemächlich ging es weiter bergan; auf der nächsten Alp „Lauweli“ dann nochmal ein Trink- und Essstop – und dann näherten wir uns schon der Schlüsselstelle der Wanderung!

Vom Tunnel verschluckt
Ein blau-weisser Alpinwanderweg brachte leichte Unruhe in die Gruppe der etwas weniger geübten Wanderer. Aber alle meistern den Aufstieg durch die Felswand souverän! Obwohl die Stöcke nicht nur auf der 12 Meter langen Leiter in einem Felstunnel versorgt werden mussten. Auch sonst gilt auf diesem Weg: lieber die Hände benützen und nicht zulange hinunter schauen. Die Aussicht zuoberst ist dann spektakulär! In weiteren 10 Minuten standen wir auf Niederbauen Chulm , den Urner- und Vierwaldstättersee zu Füssen. Trotz Dunst und aufziehender Wolken konnten wir das prächtige  Panorama ausgiebig geniessen.

Nach dieser alpinistischen Grosstat (immerhin T4 nach SAC Klassifikation) ziehen wir beschwingt weiter zum wohlverdienten PANACHE – ich bin zwar die einzige, die lautstark danach schreit, aber trinken tun dann doch noch ein paar andere auch….

Das Berghotel Niederbauen ist ein Glücksfall: Nette Doppelzimmer, ein hervorragendes Restaurant mit flotter Bedienung und bequeme Betten! Zumindest ich habe so gut geschlafen wie lange nicht mehr. Leider scheinen einige andere Teilnehmer nicht diese Erfahrung gemacht zu haben.

War es die Höhe? War es der Wind? Zuerst dachte ich, in der Damentoilette habe sich ein heulendes Gespenst eingenistet… Aber es war nur Madame Durchzug…

Vom Winde verweht
In der Nacht rüttelt ein Föhnsturm die Läden und bringt die vorausgesagte Schlechtwetter-Front schnell näher.

Das grosszügige und frische Frühstücksbuffet erlaubt (gottseidank!) keinen Abmarsch à la SAC um 6 Uhr früh. Um 8 wird gegessen und beraten, um 9 wird gepackt und beraten, um 9.15 wird gewandert und beraten und um 9.30 fällt endlich die demokratische Entscheidung. Alle sind derselben Meinung: Es wäre vernünftiger, wenn wir direkt zu Tal steigen würden! Aber als echte Special–Event-Querulanten entscheiden wir uns dann natürlich doch nochmals alle anders und beschliessen einig, zuerst doch noch zur Klewenalp zu wandern. Im Nachhinein betrachtet ein weiser Entscheid!

Die erste Stunde wurden wir tüchtig durchgelüftet, dann konnten wir noch eine Weile im Windschatten gehen. Schliesslich hüllte uns der mystische feuchtweisse Schleier ein, der seit dem frühen Morgen aus dem Tal aufgestiegen war – und plötzlich wurde es still im Wald.

Vom Nebel verhüllt
Die wechselnden Luft-, Licht- und Wasserverhältnisse machten diese Wanderung aus. Sonnenschein, drohender Regen, dramatische Wolkenformationen, herbstliches Farbenspiel in Wald und Wiese -und Schönes findet sich auch im dichtesten Nebel: Zum Beispiel ein mit Wasserperlen besetztes Spinnennetz am Wegrand.

Intermezzo: Kurzzeitig verlieren wir 20% unserer Mannschaft, weil die beiden Herren durch ETWAS abgelenkt wurden und einer falschen Gruppe nachliefen – trotz des korrekt beschrifteten Wanderwegweisers und des wohlmeinenden Hinweises von 10% der entsprechenden Gruppe.

Die Namen der betroffenen Persönlichkeiten lassen wir an dieser Stelle diskret im Nebel verschwinden…

Vom Regen verschont
Petrus lässt sich noch eine Überraschung einfallen und lüftet auf den letzten Kilometern die Schleier wieder, so dass wir doch noch einmal etwas von der Landschaft sehen: die Wege werden breiter, die Skimasten werden dichter, es hat sogar andere Wanderer unterwegs. Wir nähern uns der Klewenalp. Und das Timing ist perfekt! Mit den ersten Wassertropfen legen wir die letzten Meter zurück und können uns vor dem grossen Regen fadengerade ins Bergrestaurant flüchten, gemütlich Zmittag essen und uns per Gondelbahn gediegen zurück ins Tal fahren lassen.

Kurz und Gut: ein vielseitiges Bergwochenende für Mammuts mit etwas höheren Wander-, Futter- und Stallansprüchen!

Herzlichen Dank, da sind wir wohl alle gerne dabei gewesen – und auf ein nächstes Mal!

Isabelle Not, 30.09.13