30.05.13 BIENE MAYA

Wenn Bienen „chillen“

RPJ. Ein herrlich lauer Sommerabend und Bienenflug bis gegen 22 Uhr… So etwa war der Besuch beim Imker angedacht… Als die 8 Angemeldeten  jedoch am zweitletzten Mai-Abend auf dem Schwand in Münsingen vom engagierten Imker-Instruktor Hans-Peter Egger begrüsst wurden, sah die Welt nicht wirklich exakt so aus.

Nasskaltes Wetter bei knapp 10 Grad, die Regenfront erst vor Minuten etwas weitergezogen und ein Plattenweg durch die nasse Magerwiese bildeten den Auftakt zum Bienenevent, welcher von der Eventverantwortlichen Ursula organisiert worden war. Zuerst erhielten wir eine Einführung zur Geschichte der ehemaligen landwirtschaftlichen Schule Schwand und gleich ging’s über zu den verschiedenen Bienenkisten und –häusern . Da auf der Anlage, welche dem Bienenzuchtverein Oberes Aaretal auch gleich das Clubhaus bietet, heute noch Imkerkurse durchgeführt werden, sind die über 30 Bienenvölker in unterschiedlichen Stöcken untergebracht. Magazin-Kästen oder der gute alte Schweizerkasten sind dem Schreiber noch in Erinnerung geblieben.

Die Anwesenden liessen sich von der Lebensweise dieser für unsere Nahrungsgewinnung  (und zwar nicht nur für Honig!) so wichtigen Insekten faszinieren. Schade war, dass aufgrund der nasskalten Witterung nur wenige offenbar kälteliebende Bienen den Stock zu einem Aus-Flug verliessen. Der grösste Teil der ca. 30‘000 Bienen pro Volk übte sich in „sich gegenseitig Warmhalten“ und in der Waben- und Brutpflege. Vor einzelnen Fluglöchern bildeten sich kleine Ansammlungen von Bienen, welche mangels gutem Flugwetter aus Langeweile einfach mal etwas „chillten“.

Nach den mündlichen und sehr packenden Ausführungen des Bienen-Instruktors über die Aufgaben des Imkers und die Abläufe in den Bienenvölkern wurde uns noch ein eindrücklicher Lehr-Film über ein Jahr aus der Sicht der Honigbiene vorgeführt. So konnten wir nebst der interessanten Bienen-Wissenschaft zumindest einmal im Film sehen, was eigentlich „Frühling“ und „Blütenpracht“ heissen würde… Und ach ja… dass die Drohnen, also die männlichen Bienen, eigentlich relativ bequem sind, beim Schlüpfen nicht einmal selbst den Deckel auf ihrer Wabenzelle aufkriegen und schon während des Schlüpfens von den weiblichen Arbeitsbienen gefüttert werden müssen. Ihr Leben dient nur der möglichen Paarung mit einer jungen Königin, welche dann aber für den Drohn auch gleich der letzte Höhepunkt bedeutet und mit dem Tod endet. Jene Drohnen, welche zum Winterbeginn immer noch im Bienenstock „rumlümmeln“ werden dann einfach mit brachialer Bienengewalt aus dem Stock geworfen. Na ja, vieles kommt einem da bekannt vor, wie im richtigen Leben eben – nur Alimente müssen die Drohnen dann doch nicht bezahlen… Eine grosse Erleichterung, bei bis zu 2‘000 Nachkommen – täglich, wohlverstanden!

Noch während des Filmes schlich sich die Kälte durch die Ritzen des Bienenhauses und so verzichteten die Teilnehmenden dann zu Gunsten des vorreservierten Nachtessens auf das vom Imker angebotene, sicher angenehm kühle Bierchen…

So endete dann ein weiterer trotz nicht sooo tollem Wetter ganz gelungener und beeindruckender Event in der Pizzeria „Grappino“ am Bahnhof Münsingen…

Wir danken allen Teilnehmenden für Ihr Interesse und der Eventorganisatorin für die gute Idee und den zufriedenen und lehrreichen Event!