29.05.10 BLUESCHTFAHRT

RPJ. Als an jenem Samstagmorgen der Wecker losbimmelte goss es in den Voralpen noch wie aus Kübeln. War es vielleicht doch eine nicht gerade sooooo gute Idee von SPECIAL-EVENTS, die Fahrradtour trotz „durchzogenem“ Wetterbericht durchzuführen? Na ja, schliesslich stand ja der Regenschutz auch auf dem „Packungsbefehl“ und so ging’s dann los an den Bahnhof und mit dem Zug in Richtung Bern.

Nach und nach trudelten gegen 0930 Uhr alle zum Treffpunkt oberhalb der „Welle von Bern“ bestellten Kampfradler ein. Bereits fünf Minuten später wurden wir von der Eventverantwortlichen Ursula Aeberhard bei mittlerweile trockenem Wetter zum Aufbruch „genötigt“. Nachdem wir uns entlang der Länggasse ein „erbittertes“ Verfolgungsrennen mit einem Postauto geliefert hatten waren wir froh, als wir die nahezu autofreie Halenstrasse im Bremgartenwald erreicht hatten.

Bereits nach wenigen hundert Metern zweigten wir links ab und wurden von 2 „Wegelagerern“ aufgehalten. Sarah und Fritz radelten von zu Hause gleich direkt zu diesem Treffpunkt. So wie’s danach weiterging, macht Radfahren einfach mega Spass… Runter, runter, runter in Richtung Eymatt und dies nur durch die Schwerkraft – so könnte man stundenlang „radfahren“. Zumal auch die Sonne in dieser Abfahrt die 10 Radelnden mit ersten wärmenden Strahlen versorgte, die Vögel im „Bremer“ zwitscherten, der Wald frisch heruntergewaschen duftete und alle gute Laune hatten.
Doch bereits nach dem Camping Eymatt gings über die Kappelenbrücke in Richtung Hinterkappelen. Fast hätten wir es nicht bemerkt: Aber das mit dem nur runterfahren hatte hier vorerst einmal sein Ende gefunden. So wurde dann nach dem Kreisel in Hinterkappelen ein weiterer Kurzhalt eingeschoben, damit alle Ihr Tenü etwas erleichtern konnten.

Von da ging’s in lockerer Fahrt entlang des ruhigen Wohlensees bis wir über die erste von 3 offiziell als Steigung anerkannten Aufstiegen den Weiler erreichten, welcher sich völlig zufälligerweise Steinisweg nennt. Dort, beim Bauern-Selbstbedienungsladen wurde dann erneut eine kleine Stehpause eingeschaltet, welche zur Stärkung oder zum Durstlöschen genutzt werden konnte. Wer selber nichts zum naschen dabei hatte wurde von Sigi mit Ananas-Stücklein (für einmal nicht getrockneten!) verwöhnt.

Erneut ging’s dann bei mittlerweile schönstem Sonnenschein runter in Richtung Wasserkraftwerk Mühleberg. Nach einem kurzen Aufdenfotografenwartenhalt näher-ten wir uns dem idyllisch gelegenen Kernkraftwerk. Komisch, während der Radweg ums Gelände grösstenteils nicht asphaltiert war, wurde ein „völlig unnutzer“ Streifen zwischen zwei Zäunen ca. 5 Meter breit asphaltiert…. Na ja, dient ja wohl unser aller Sicherheit!

Kurz vor der Brücke über die Saane gab’s noch eine Kurzpause und schon bald nach der Brücke stieg das Strässlein wieder „verdächtig“ an. Die zweite versprochene Steigung durfte absolviert werden. Wer genau die Golaten-Trophy gewonnen hat ist nicht bekannt, jedenfalls dürften wohl alle beteiligten den Hügel ohne Angst vor einer allfälligen Dopingkontrolle gemeistert haben. Von Golaten ging’s ganz nach dem Motto „alles was Du beim runterfahren bremst musst Du beim Gegenhang mehr strampeln“ in Richtung Niederried b. Kallnach. Herrliche Fluss- und Auenlandschaften lagen an unserem Weg. Trotzdem, so langsam spürten einige dann doch den Hunger aufkeimen und so war es nicht einfach, beim grossen Festzelt fürs Fischessen vorbeizusteuern. Kurz nach dem im Jahr 2005 fortgespülten und im Jahr 2007 ersetzten Aaresteg wies ein knallgelbes SPECIAL-EVENTS-Plakat auf den bereits vorbereiteten Grillplatz hin. Nebst Fredu und Jolanda warteten ein schön gedeckter Tisch und grillbereite Glut auf uns.

Salat für die Gesundheit, Chips für den Salzhaushalt, Brot für die Beine und etwas Fleisch fürs Gemüt – so konnte die Mittagsrast super genutzt werden. Nachdem alle Ihren Fackelspiess verspiesen hatten legte Fredu noch etwas „quer durch die Metzgerei“ auf. Zusätzlich war für Mineral und ICE-TEA gesorgt und zum Schluss gab’s sogar noch einen (oder zwei ? das Wasser musste ja gebraucht werden) Kaffee mit kleinen, rechteckigen Energiebomben aus der Stadt des frischgebackenen Fussballmeisters (ein offizielles SORRY an die YB-Fans unter den Berichtlesern).

Um 1330 ging’s weiter flach entlang der idyllisch dahinfliessenden Aare in Richtung Aarberg. Hier mussten wir bereits unseren Präsidenten Schneiti verabschieden… Zog er doch die Anreise zu Tauchferien an der Wärme dem zweiten Teil der BLUESCHTFAHRT vor (… unverständlich so was…!!!). Da waren’s nur noch 9.

Nach einer mit ein paar schicken Oldtimern versüssten Fahrt durch das niedliche „Stedtli“ Aarberg traten wir die Pedale in Richtung Lyss, wo wir Minuten später bereits Lie verabschieden mussten – aber soooo nah von zuhause konnte Lie einfach nicht widerstehen. Da waren’s nur noch 8.

Iiiirgendwie musste Lie da was geahnt haben: Nachdem wir etwas Hauptstrasse gefahren waren zweigte der Vorfahrer Rolf kurz vor dem Bahnübergang in Kosthofen brüsk rechts ab. Es folgte eine kleine verführerische Abfahrt von ca. 100 Metern. Statt dass wir nun jedoch den Schwung mitnehmen konnten, hatten „die“ da einfach die Brücke entfernt. Absteigen und zu Fuss über den Fussgänger-Not-Übergang. Nun kam das, was Lie eben wohl geahnt hatte… 30 Meter Höhenunterschied auf 600 Meter Distanz. Tönt nach nicht so viel… aber rollt mal eine 400 Meter-Bahn 1½ mal ab und stellt das ganze dann an ein 10-stöckiges Hochhaus… OK, ok, es ging rauf und zwar ziemlich. So hatten wir dann aber gleich die 3. und letzte Steigung erfolgreich bewältigt und was nun nach einem weiteren Sigi-Ananas-Intermezzo (herzlichen Dank Sigi!) folgte, war (wie natürlich auch schon das vorangehende) Genuss pur. Rückenwind vom feinsten und keine grösseren Geländeunebenheiten mehr. Fast von selbst erreichten wir Münchenbuchsee und passierten dort jenen Bahnübergang, welcher wohl grundsätzlich geschlossen ist und einfach hie und da kurz geöffnet wird. Nach einem kurzen Sightseeing in Zollikofen mussten wir uns auch von Sarah und Fritz verabschieden, sie kannten eine Abkürzung nach Hause… Da waren’s nur noch 6.

Die Fahrt von Zollikofen entlang von Eisen- und Autobahn führte einige (gäu, Heinz) zum ersten mal über die im Jahr 1997 erbaute Autobahnüberführung beim Möbel Märki in Ittigen. Nach einem Gewusel von Lichtsignalanlagen und Bauabschrankungen erreichten die verbliebenen 6 unfallfrei und zufrieden die S-Bahn Station Wankdorf. Gemäss Programm sollten wir ca. 1600 im Wankdorf sein – eingetroffen sind wir also bereits um 1558. So schnappte sich Karin dann gleich den Lift um noch den Gürbetaler-Express um 1605 zu erwischen. Silvia, Heinz, Ursula und der Schreiber Rolf verabschiedeten sich dann noch gemütlich von Sigi und starteten später ebenfalls per S-Bahn auf den Heimweg. Knapp 60 km waren angesagt, 58,6 waren’s tatsächlich…

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich der Grill-Crew Jolanda und Fredu, Ursula für die tolle, abwechslungsreiche und verkehrsarme Routenwahl und die gute Organisation sowie allen Teilnehmenden für ihr „Dabeisein“.

Wer dabei war hat’s sicher genossen und vielleicht auch am nächsten Tag noch beim Absitzen oder so an diesen Event zurückgedacht. Den andern kann vielleicht dieser Bericht etwas von dem zurückgeben, was wir so alles schönes erlebt haben. Ich freue mich schon auf ein nächstes Mal…