03.07.10 SCHÜFUNU-SEE

GRS. Man nehme einen freien Samstag, gebe Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen dazu, mische kühles Wasser mit Kanustreusel darunter und würze das Ganze mit etwas Gewitter à Voilà, wieder mal ein vortreffliches Special-Rezept aus der Küche der Jaberger Event-Köche!

Bern Treffpunkt: Heute sehen die Eventer aus, als wollten sie einen lockeren Sommerspaziergang in Angriff nehmen – störend am Wander-Bild sind einzig die Plastiksäcke. Andererseits fehlen für eine Aarefahrt die Gummiboote im Gepäck. Des Rätsels Lösung? Schon Boot, aber nix Gummi à Kanu ist angesagt. Die versammelten wackeren Elf (nö, nicht Nationalelf – Special-Event-Elf!) sind im Begriff, einen Kanutörn auf dem Schiffenensee (Nomen ist hier nicht Omen!) zu wagen. Doch zuerst steht eine Bahnfahrt nach Fribourg auf dem Tagesprogramm.

Bei der Zugseinfahrt in Fribourg warnt Ursula (unsere Eventmanagerin) alle: Damit der Törn nicht zur Sommerwanderung ausartet, muss in Freiburg der Bus innert sechs Minuten erwischt werden. Die Frage eines Teilnehmers (Name der Redaktion bekannt) ob sie denn wisse, wo der Bus fahre, wird nebst einem entsetzt-verständnislosen Blick mit Hinweis auf die goldene Special-Event-Regel No Eins umgehend als nichtig erklärt (noch nie was von Rekognoszieren gehört, du…???). Der Bus bringt die Kanu-Elf sicher zum Murtentoooor, wo ein Teil der Mannschaft (pardon, in diesem speziellen Fall ganz klar Frauschaft) nach einem Bond-mässigen knacken der WC-Türe dasselbe amortisiert. Dann geht’s runter zum Fluss: Zuerst gilts eine Treppe mit echten Fribourger Stolperabsätzen ohne Knöchelverstauchung zu meistern, dann schaukeln wir eine abschüssige Hängebrücke runter.

Special Event steht somit am Start bereit, bloss die Kanus lassen sich nicht blicken. So schauen wir einer anderen Gruppe bei deren Kanu-Crashkurs über die Schultern und lernen theoretisch, wie man ins Boot einsteigt, dasselbe zum kentern und wieder in einen schwimmfähigen Zustand aufs Wasser bringt – sieht alles ganz leicht aus, so im Trockenen. Nach einer Kurzexkursion zum Einwasserungsplatz am Fluss erreicht uns die glückliche Nachricht, dass die Kanus doch noch eingetroffen sind. Ans Abladen der Boote erinnert sich Fritz wohl noch ein paar Tage lang, verheddert sich doch ein Finger derart, dass er zum zeitlich begrenzten Schmerz-Souvenir mutiert.

Auch wir erhalten nun die obligate Trockeninstruktion samt Routen-Übersichtskarte, fassen Kanu samt Hälslig, Paddel und Schwimmwesten…dann ist er da, der grosse Moment: Einwassern, diesmal praktisch.

Die Saane ist ruhig, null Strömung, kein Wind. Drei Boote nehmen unverzüglich den vorgesehenen Kurs in der Mitte des Gewässers auf, zwei Boote sind der Meinung, der Mietpreis müsse besser ausgenutzt werden und beginnen eine abenteuerliche „von Ufer zu Ufer-Kreuzfahrt“ – sicher originell, wenn auch nicht ganz so effizient. Alles in allem verläuft die Fahrt ruhig, wir paddeln durch eine naturnahe Landschaft:  rechts und links steigen Sandsteinfelsen aus dem Wasser, unterbrochen von dunklen Tannenwäldern. Die Sonne gibt alles und brennt mit voller Kraft auf den Fluss, der nun zum Schiffenensee geworden ist. Die Paddel tauchen im Takt ins träge Wasser ein, die Kanus unterqueren (alles andere hätte erstaunt)  die mächtige Eisenbahnbrücke und steuern den ersten Rastplatz an: Der ist clever gewählt, denn nun kommen wir doch noch zum Sommerspaziergang – freiwillig zwar, aber immerhin. Es lockt die Besichtigung der Magdalena-Einsiedelei, eingehauen in den Sandstein. Gut die Hälfte  der Eventer lassen sich locken, die anderen geniessen den Schatten am Ufer des Sees samt einem Blick zu den aufquellenden Wolken noch ohne gewittrige Ambosse.

Mit frischer Kraft geht es anschliessend in gewohnter Formation weiter: drei Boote mit sturem Kurs von Rastplatz zu Rastplatz, zwei Boot auf Kreuzfahrt von Ufer zu Ufer. Ein einsamer Baum an noch fernen Gestaden zeigt den Mittagsrastplatz an, der beim näherkommen alles andere als einsam ist (der Rastplatz, nicht der Baum): Grillschwaden wabern dem Ufer entlang, überall wird gebrutzelt und gekaut. Ursula hat die Situation voll im Griff und landet am letzten freien Schattenplatz. Erst beim Aussteigen aus den Booten wird klar, dass sich hinter unseren Rücken eine fiese Kumuluswolke (hat hier nix mit der Migros zu tun)  zu einer veritablen Gewitterwolke aufgeplustert hat und uns nun mit fernem Donnergrollen den Mittagsrast arg verkürzt. Ein Gewitter auf dem Wasser – allein diese Vorstellung treibt uns zeitig in die Boote und weg von der dunklen Wolkenwand.

Vor uns immer noch sommerlich blauer Himmel, unter uns herrlich kühles Wasser, über uns eine unbarmherzig heisse Sonne, hinter uns zwei Boote auf Kreuzfahrt und zur Abwechslung ein kühlendes Lüftchen über dem See. Majestätisch ziehen die potentiellen Zweitwohnsitze der beiden Eventmanager am Ufer vorbei – zwei auf Sandsteinfelsen thronende Schlösser. In der  Ferne erspähen die wackeren Paddler  ein gelbes Weizenfeld zwischen den grünen Wäldern à unser Tagesziel! Von immer höher quellenden Wolken umgeben, paddeln wir auf diese Landmarke zu – mittlerweile sind alle fünf Boote auf direktem Kurs, kein kreuzen ist mehr auszumachen.

Als erstes erreicht souverän das Boot der Firma Fritz & Sarah das Ziel (trotz Foulversuches eines sehr entgegenkommenden Motorbootes),  dicht gefolgt vom einzigen Kanu mit drei Paddlern (Heidi, Markus, Gere). Dann biegen Ursula und Rolf mit ihrer Nussschale in die kleine Bucht ein, nicht weit vor dem Boot mit Natalie und Stephan an Bord. Auch Cornelia und Franz finden die Bucht zum Ankern ohne Probleme.

Beim entladen und putzen der Boote wird klar, dass der Einfluss der Eventmanager deutlich weiter geht als gedacht: die Gewitterwolken drohen zwar mächtig und schwarz am Himmel, senden letztendlich aber doch „nur“ ein paar schüchterne Regentropfen in unsere Richtung.

Ein Detachement aus drei GA-Besitzern wartet nun auf die Bootsvermieter zwecks Hilfestellung beim Aufladen der Boote auf die Anhänger, während sich die übrigen Spevler mit dem Ziel „sich durch die Natur zum Restaurant durchkämpfen“ auf den Sommerspaziergang II dieses Tages begeben (das GA- Detachement folgt mit dem Poschi nach, schliesslich muss das GA amortisiert werden).

Mit Glace und Getränken runden wir im Restaurant diesen Event würdig ab und reisen dann bernwärts.

Besten Dank der Eventorganisatorin, die diesen Tag perfekt im Griff  hatte!

XY (Name der Redaktion bekannt)