10.03.07 INSIDERS PROJECT

dro. Bei recht kühlem Wetter trafen sich fast alle um 0808 (Andreas, Bänz, Beatrice, Christian, Cornelia, Daniel R, Daniel Z, Gabriela, Gerhard, Heidi, Isabelle, Karin, Lie, Rolf, Ruedi, Sigi, Ursula) am Frühstücksbuffet im Rüttihubelbad (bei Walkringen). Wo blieb der Rest der Angemeldeten??? Ein Teil war noch im Tiefflug unterwegs und drei Nasen warteten in Walkringen auf den Bus……………

Es waren alle bereits gut gelaunt und bedienten sich am auswahlreichen Buffet. Nebst Käse, Aufschnitt, Konfitüre und verschiedenen Broten konnte man sich mit Früchten und Körnern verköstigen. Obschon genügend Zeit zur Verfügung stand (fast 1,5 Stunden) wurde es gegen halb Zehn leicht hektisch, als Rolf alle zum Haupteingang des Sensoriums bat.

Pünktlich um 9.30 Uhr wurden die Türen geöffnet und Heinz Schüpbach liess uns herein. Im Farbraum wurde die Geschichte des Sensoriums erläutert. Der Gründer Hugo Kükelhaus (1900-1984) sagte „Wir lernen nur nachhaltig durch eigenes tun“ und schuf Geräte und Einrichtungen, um die fünf Sinne bewusst zu erfahren.

Farbige Schatten? Im Farbenraum kann man erleben wie aus weissem Licht Farbe wird und aus Farben weisses Licht – sehr faszinierend. Bänz wurde als Versuchsobjekt nach vorne gebeten und führte den Schwanensee oder sonstige Ballet-Kunststücke vor.

Kaum aus dem Farbraum standen wir vor der Beleuchtungskabine wo sich, mehr oder weniger freiwillig, Ruedi hinsetzte. Durch mehrere Lichtquellen von verschiedenen Seiten, verändert sich das Erscheinungsbild sehr stark. Ist es immer noch die gleiche Person?!

In den zwei verschiedenen Zerrspiegeln (konkav und konvex) konnte man den alten Zeiten nachtrauern oder wie es vielleicht in Zukunft aussehen könnte! Hoffe der Bauch wird nicht sooo gross….

Im Duftbaum erkennen wir sieben verschiedene Arten von Duftmolekülen, durch deren Zusammensetzung alle Gerüche bestimmt sind. Sie riechen kampferartig, moschusartig, blumig, minzig, ätherisch, stechend und faul. In den „Blüten“ des Duftbaums befinden sich Grundgerüche sowie verschiedene Mischungen. Gerüche wirken tief bis in früheste Erinnerungsschichten. Durch die Nase verbinden wir die Aussenwelt unmittelbar mit unserem Inneren. Dies spiegelt sich auch in zahlreichen Redewendungen: Z.B: „Ich kann dich nicht riechen.“ „Hat er den Braten gerochen?“

Die Inhalte der Krüge (Tastgalerie) bietet eine Vielfalt von Formen und Oberflächenstrukturen an, die wir durch Tasten bestimmen können. Um unsere Konzentration auf das aktive Fühlen zu lenken, vermeiden wir es hinzuschauen. Wir versuchen nicht zu enträtseln, was für Gegenstände sich in den Gefässen befinden, sondern erzählen uns gegenseitig, wie sie sich anfühlen: hart, weich, kalt, warm, rau oder glatt. Erst bei intensivem Betasten, im Hingleiten über die Flächen, im vorsichtigen Umfahren der Gegenstände werden besondere Qualitäten und Strukturen fühlbar.

Mit der Kurbel der Wasserstrudel bringen wir langsam das Wasser im Zylinder in Bewegung. Je schneller wir drehen, desto höher steigt das Wasser dabei an den Wänden hoch und formiert sich zu einem Strudel. Der Trichter im Inneren kann dabei bis zum Boden reichen. Die Wassermengen, die den Körper des Trichters bilden, rotieren in spiralförmiger Bewegung in zwei Richtungen: von oben nach unten und gleichzeitig von unten nach oben. Oben beginnt das Kreisen langsam, um sich nach unten hin zu beschleunigen. Umgekehrt verhält es sich mit der Rotationsgeschwindigkeit. Sie nimmt von unten nach oben zu.

Mit blossen Händen brachte Heinz Schüpbach den aufgeschnittenen Klangstein (Granit) zum Tönen. Es haben dies einige versucht, doch blieb der Erfolg leider bei allen aus.

Das Impulskugel -Gerät lässt Rhythmus und Kraft sichtbar werden. Es fasziniert einerseits durch eine geheimnisvoll anmutende Übertragung von Stossimpulsen (in der Physik als inelastischer Stoss definiert), andererseits durch die Präzision, in der die Gesetzmässigkeiten dieser Naturerscheinung auftritt. Es können mit einer oder mehreren Kugeln immer neue Varianten und Zahlenspiele in vielfältigen Rhythmen erzeugt wird. Die Gesetzmässigkeit von Elastizität und Energiegehalt werden erlebbar.

Wir brauchen Konzentration und Gefühl, um einen Gong nicht nur laut, sondern schön ertönen zu lassen. Stärke und Rhythmus des Anschlagens rufen entweder harmonische Klänge und Resonanzen oder ein disharmonisches Klirren und Scheppern hervor. Die Schallwellen, die ein Gong aussendet, werden nicht nur vom Ohr, sondern von unserem ganzen Körper wahrgenommen. Man konnte dies anhand der Luftballons deutlich fühlen.

Nun ging es weiter zur Strömungstafel . Durch vorsichtiges Kippen und Schaukeln der Tafel bringen wir die Flüssigkeit in rhythmische Bewegung. An den Kanten, an denen sie sich staut, bilden sich Wellenzüge. An den Hindernissen entstehen Strudel, Wirbel und Spiralen. An Engpässen beschleunigt sich die Strömung (da gab es doch ein Theorem …..).

Das Tonoskop ist ein einfacher Apparat (sieht aus wie die Spritzkanne meiner Grossmutter), der es ermöglicht, Schwingungsformen ohne elektro-akustische Hilfsmittel sichtbar zu machen. Wir sprechen, singen oder summen in das Tonoskop hinein. Die Membran wird dadurch in Schwingung versetzt und der Sand darauf beginnt, sich in regelmässigen Kreisen anzuordnen. Wir können unsere Stimme nicht nur hören, sondern auch sehen. Die Sandkörner ordnen sich wie durch Zauberhand zu wunderschönen organisch wirkenden Mustern.

Drehen wir die Scheibe (Spiralbündel) im Uhrzeigersinn, so scheint sie sich auszudehnen. In entgegengesetzter Richtung scheint uns ein Sog hineinzuziehen. Diese Phänomene können durch die Drehgeschwindigkeit beeinflusst werden. Nachdem wir die Scheibe eine Weile fixiert haben, wenden wir unseren Blick ab: Alles, was wir anschauen, beginnt sich plötzlich zusammenzuziehen oder auszudehnen.

Im Unterschied zu einer normalen Schaukel, die nur auf einer Ebene schwingt, ermöglicht die Einpunktschaukel (von Rolf „Lustschaukel“ genannt) ein Rund-um-Schwingen. Nur an einem Punkt gehalten, erlaubt sie die grösst mögliche Freiheit des Schwingens. Im Korb rundum geschützt, geschieht das Schaukeln in reizvollem Gegensatz von freier Geborgenheit und geborgener Freiheit. Wie bei anderen Schaukeln auch, beruht die lustvolle Wirkung auf der „heiteren Kinetik“ des Hin und Her, in der Gegenläufigkeit von Steigen und Fallen.

Die Balancierscheibe fordert und födert das Gleichgewicht. Balancierend das Gleichgewicht zu halten, ist ein für das Gehörorgan förderliches Spiel und gleichzeitig Erholung für den ganzen Körper. Man lernt, im Ausgleich und Gleichgewicht zu sein mit sich selbst, mit anderen und mit der Welt.

Der Event „Insiders Project“ wurde dann mit der SPECIAL-EVENTS-Hauptversammlung 2007 im Konferenzzimmer des Rüttihubelbad abgeschlossen. Dabei wurde dem SPEV-Team von Gabriela grosses Lob ausgesprochen. Der Mitgründer, Webmaster und Präsident Daniel Zaugg wird leider sein Amt niederlegen. Zum Glück konnte in den Reihen der Supporter ein Nachfolger, Andreas Schneiter, gefunden werden. Viel Spass in Zukunft!

Danach konnte jeder das Sensorium auf eigene Faust besuchen. Dabei war für mich der Dunkelraum das absolute Highlight.

Jeder musste eine Karte ziehen, auf der ein Gegenstand definiert war. Danach führte uns Frau Käser in den Dunkelraum und an den Start einer Wand mit vielen Gegenständen. Nur durch Tasten und mit dem eigenen Vorstellungsvermögen musste der gezogene Gegenstand gefunden werden.

Unter kundiger Anleitung von Frau Käser erlebten wir ein besonderes Hörspiel zum Begreifen.

Frau Käser ist ein engagiertes Mitglied des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes SBV. Die halbstündige Erkundungsreise in der Dunkelheit hinterliess bei mir einen enormen Eindruck.

Die Dunkelheit als Gegenpol von Licht führt uns in eine «andere Welt»: Im Dunkeln werden durch die Abwesenheit des Sehsinns die anderen Sinne, vor allem Tast- und Hörsinn, aber auch Geruch- und Geschmacksinn aufmerksamer in ihrer Wahrnehmung.