22.+ 23.09.2018 HERBSCHT-EXPEDITION

Ein Herbstbeginn mit Fabienne auf den Fersen….

Rolf* und Ursula*, Ändu* und Regula*, Sigi**und Isabelle**

Die diesjährige SPECIAL-EVENTS-Herbstexpedition führte das kleine Grüppchen der Wanderfreudigen (wovon vier Hardcore Fans* und zwei Gelegenheitswanderer**) einmal mehr auf die Jurahöhen – diesmal etwas weiter südlich als bei der ersten Auflage im Jahr 2010).

Bereits anfangs Woche befürchtete die Autorin ein Debakel, da die Wetterprognose zuerst die unerwünschte Begleitung durch FABIENNE befürchten liess – den ersten zünftigen Herbststurm mit orkanartigen Windböen! Doch Fabienne wollte uns zu unserer Freude nicht begleiten. Sie drohte zwar am Sonntagmorgen kurz mit ersten Ausläufern in Form von Nebel, Nieselregen und Null-Aussicht auf dem Col de Marchairuz (der Arbeitstitel dieses Berichtes hiess deshalb «Mammuts im Nebel, Teil II…), beschränkte sich dann aber auf die Ankündigung ihres Wirkens mittels der Kreation dramatischer Wolkenformationen am Himmel und entsprechender sehr dekorativer Sonnen- und Schattenchoreographien auf den Bergzügen und dem Genfersee.

1 Tag Bern – Col de Mollendruz per öV

Col de Mollendruz – Col de Marchairuz per pedes

Und zum ersten Mal in der Geschichte von SPECIAL-EVENTS (zumindest an den Geschichten, bei denen die Autorin dabei war) passierte der Special Event wirklich ganz am Anfang, um 7.30 genau!

Der Eventorganisator Rolf überraschte uns mit der Ansage, dass für alle Teilnehmenden in der ersten Klasse gebucht sei – wir fühlten uns a) geschmeichelt und b) sofort 10 Jahre älter, aber was solls – es ist ja Tatsache! Es war wirklich genial, wir hatten den Waggon praktisch für uns alleine…

Der Wermutstropfen an der Geschichte war, dass anschliessend an die luxuriöse Zugfahrt eine einstündige Postautofahrt folgte. Aber die herbstlichen Weindörfer auf dem Weg von Morges auf die Passhöhe von Mollendruz boten immerhin schöne Ausblicke und den Gluscht auf ein Glas St. Saphorin zum Apéro….

Der Start der Wanderung erfolgte dann leider ohne Wein, dafür bei schönstem Wetter und bester Laune.

Die einen * Cracks vergassen gleich am Anfang wo es durchgeht (eigentlich NICHT über stacheldrahtbewehrte Trockenmauern, wo man morsche Zaunpfähle ausreissen muss, um durchzukommen, sondern auf dem ganz normalen Wanderweg) und * andererseits, dass auch voll durchtrainierte Outdoorprofis einen Sonnenbrand bekommen, wenn sie sich nicht eincrèmen und nein – dagegen nützt auch der heisseste Kafi aus der Thermoskanne nichts!!

Aber etwas muss man ja schreiben im Bericht, sonst ist es nicht lustig, gälled…..

Wenn man auf dieser Wanderung die Aussicht geniessen kann, dann ist sie wirklich umwerfend!

Bei der Mittagspause waren sowohl die Stimmung als auch die Fernsicht grossartig! Der Mont Tendre bot uns eine Panorama-Aussicht wie aus dem Bilderbuch (über die 3-Seen-Region und den Genfersee, von Titlis über Berner und Walliser Alpen bis hin zum Mont Blanc!) und wir liessen uns lange Zeit zum Essen und fürs Kafichränzli…

Von Sigi** lässt sich nur sagen: Hoodie hoch und Rückenlage; Aussicht ist zweitrangig, aber Pause muss sein!

Auch Trockenmauerfreak Isabelle** kam voll auf ihre Kosten, wenn auch für ihren Geschmack generell etwas zu viele Kühe und zu wenig Pferde dekorativ auf den Weiden herumstanden.

Im angenehmen Auf- und Ab der Juraweiden erreichten wir schliesslich auf die Minute genau das Poschi für Gere auf dem Col de Marchairuz – eine perfekte Leistung! Und wirklich schade, war Gere gar nicht mitgekommen…

Anschliessend an das obligatorische Panache (o.ä.) auf der Hotelterrasse bezogen wir unsere Zimmer (ja die kleinen Doppelbetten sind nichts für die Chiflers unter den Paaren…), gönnten uns eine wirklich heisse Dusche (die Sonnenbrandfraktion musste etwas kühler einstellen) und danach ein zünftiges Znacht mit einigen wenigen Abzugspunkten für:

  1. À point bedeutet nicht roh, auch nicht in der Westschweiz! Aber weil Isabelle bekanntermassen eine überkritische Wäffeltante und sich dessen auch bewusst ist, hat sie die rohen Steakteile diskret unter dem viel zu fettigen Speck beerdigt und nicht reklamiert…
  2. Dem Coupe Dänemark von Rolf, der eigentlich gar keiner war, weil a) zu wenig und b) die Schoggi nicht warm und separat gereicht wurde – Sakrileg!
  3. Der Merängge von Ändu und Regula, die zwar mit zwei Löffeln serviert wurde, aber wir uns alle fragten weshalb, da die gesamte Menge schon nach einem Löffel fortgeputzt war…

Pluspunkte bekam dafür der ausgezeichnete Bio-Rotwein, die rund 30 alten Uhren, die gottseidank nicht alle zu gleicher Zeit läuteten, die Fondues, die rundherum verzehrt wurden und ausnahmsweise keinen penetranten Käsegestank verbreiteten sowie der Service der zwar etwas rässen aber höchst effizienten Servierdüse.

Wie schon letztes Jahr forderte das höhere Alter der Teilnehmenden seinen Tribut und schon früh fielen alle in Tiefschlaf um am anderen Morgen bei stockdickem Nebel und Nieselregen aufzuwachen! Die meisten haben gut geschlafen…. Über die anderen breiten wir hier den Mantel des Schweigens….

2 Tag Col de Marchairuz – St. Cergue per pedes

St- Cergue – Nyon – Bern ö.V. (1 .KLASSE !!)

Ein wirklich ausgezeichnetes Frühstück mit frischgebackenem Brot, (auf Wunsch laktosefreier) Milch, einem guten versteckten Orangensaft und einem technisch anspruchsvollen Eierkocher liess sogar das Herz der verfressenen Autorin höherschlagen!

PUNKT 9 Uhr erfolgte trotz mässigem Wetter (immerhin hatte es inzwischen aufgehört zu regnen) der Abmarsch… Fabienne wollten wir nun wirklich nicht begegnen, inmitten der uralten knarrenden Baumriesen oder auf den exponierten Stellen der Höhenzüge! Nach einem kurzen Fehlstart auf der falschen Bahn konnten wir schliesslich unseres Weges ziehen.

Irgendwie fühlten sich die Wanderstunden für die Autorin am zweiten Tag länger und anstrengender an als am ersten… Sei es wegen des anfänglich schlechteren Wetters oder wegen der mittlerweile müden Muskeln und schmerzenden Füsse! Am höchsten Punkt der sonntäglichen Wanderung, auf der Crête de Neuve war es zwar noch immer ziemlich bedeckt und von den Bergen war nichts zu sehen.

Dafür wurden wir aber bereits eine knappe halbe Stunde später unverhofft wieder abgebremst durch das Auftauchen einer scheinbar verwaisten, aber tatsächlich freundlich bewirteten Ski-Hütte (Ski?? Ja! Langlauf heisst auf welsch „Ski de fonds“….) mit dem einfach zu merkenden Namem „La Perroude de Marchissy“.

Natürlich mussten wir dort einkehren, um das einheimische Schaffen zu unterstützen, aber auch, weil im Kamin ein richtig schönes Feuer brannte und wir unsere verschwitzten und luftfeuchteten Kleider prima trocknen konnten! Und ja, es gab auch einen wirklich feinen Apfelkuchen….

Aber auch Petrus und Fabienne konnten sich dann endlich auf eine Motivationsspritze einigen: Bei der offiziellen Mittagsrast um 13.00 konnten wir das herrliche Alpenpanorama wieder richtig geniessen!

Umgekehrt proportional zu den abgestiegenen Höhenmetern erhöhte sich die Temperatur und wir gerieten nochmals so richtig ins Schwitzen! Eine kurze Rast bei den Ruinen der ersten Kartäusersiedlung in der Schweiz mitten im Wald, die letzten Kilometer über mit Bergahorn und riesigen Fichten bestandene, prächtige Juraweiden und dann der steile Abstieg nach St. Cergue…. Die Autorin musste zum Schluss noch einige Hundert Schritte im Rückwärtsgang einlegen, um einer totalen Knieblockade vorzubeugen (hat sich bewährt! Heute weder Knieblock noch Muskelkater!) und schaffte es als letzte ins Ziel, gerade rechtzeitig um den Bahnersatz-Bus zu erklimmen, welcher uns zur nächsten Bahnstation brachte. Von dort dann mit dem regionalen Tuckerzügli bis Nyon, umsteigen in den Direktzug nach Bern und fadegrad nach Hause!!

Der Sturm hat ja dann erst in der Nacht gewütet …. Vielen Dank, dass Du echli gewartet hast, liebe Fabienne!

Und natürlich vielen Dank dem Eventorganisator für die einmal mehr gelungene Wanderung mit SPECIAL-EVENTS. Ich werde – ganz bestimmt – die Wanderungen und auch das Berichte schreiben vermissen….. 😊

24.09.2018 Isabelle Not