29.12.07 LEISE NIESELT DER SCHNEE

Special-Events in den Jura sind immer gut. Einerseits lassen sich immer wieder unbekannte Gegenden entdecken, andererseits liegt das Gute so nah, vor allem für uns Seeländer. So gehören Andreas, Heidi und ich für einmal nicht zu den earlybirds und können gemütlich um neun Uhr in Lyss in den Zug steigen. Dort werden wir bereits erwartet von Chrigu , Giovanna, Daniel, Gabriela, Isabelle, Sigi, Rolf und natürlich der Organisatorin Ursula. Statt der üblichen Doppelstockkomposition fährt für einmal eine alte Komposition und es kommt schon beinahe etwas Bahnromantik auf, als wir die Abteiltüren von Hand öffnen. In Biel steigen wir um in den Regio-Express nach La Chaux-de-Fonds. Und schon folgt die erste Überraschung: dank dem Gruppenticket wird der ganze Event günstiger als geplant. In Frinvillier lässt sich kurz die Sonne blicken, verschwindet aber im St. Immer-Tal wieder über der Nebeldecke. Etwas beunruhigt fragen wir uns langsam, ob Schneeschuhwandern auf Biecht wirklich fägt, aber vor La Chaux-de-Fonds können wir uns endgültig auf ein Erlebnis im Schnee und bei strahlendem Sonnenschein freuen. Wir steigen noch einmal um und fahren mit den Chemins de fer du Jura durch die idyllischen Freiberge nach Le Noirmont.

Nachdem alle ihre Schneeschuhe und Stöcke gefasst haben, werden die letzten Vorbereitungen in Angriff genommen. Ein letzter WC-Stopp, Tenuewechsel und danach können Schneeschuhe und Stöcke auf die richtige Länge eingestellt werden. Nach den ersten 10 Metern haben wir dank Daniel und Gabriela herausgefunden, dass rückwärts gehen mit Schneeschuhen ziemlich schwierig ist und meistens Spuren im Schnee hinterlässt. (Man sagt dazu auch „Badewannen“…) Ebenfalls bereits nach 10 Metern werden die ersten Tenueanpassungen durchgeführt. Mit Faserpelz und Jacke ist es bei strahlendem Sonnenschein zu warm, also weg mit dem Faserpelz. Auch ich ziehe mein Gilet wieder aus. Wie meistens im Jura ist es windig und wie immer an einem Special-Event im Jura bläst er von vorne, das war doch schon bei der Velotour so. Deshalb montiere ich ein Stirnband. (Jawohl, es gibt Stirnbänder die auch auf meinen Kopf und meine Haare passen) Nach dem ersten Gruppenfoto sind wir nun endgültig bereit und nehmen die erste nennenswerte Steigung von ca. 15 Höhenmetern in Angriff. Danach ist es wie versprochen gemütlich und quasi flach. Etwas verwirrend sind die Beschriftungen der Route. Statt auf Route 7 sind wir auf Route 2, aber die allgemeine Richtung stimmt. Gemäss Plan sollten wir nach einer Stunde bei unserem Mittagshalt eintreffen. In Rekordzeit von einer guten halben Stunde erreichen wir die gemütliche Auberge in Le Peu-Péquignot, wo ein feines Fondue auf uns wartet. Wer gedacht hat, auf der Schneeschuhtour etwas Festtagsspeck abzutrainieren, wurde durch die gut berechneten Portionen eines besseren belehrt.

Frisch gestärkt geht es weiter in Richtung Creux-des-Biches. Die Strecke ist wunderschön, uns begegnet praktisch kein Mensch. Der Jura ist zwar nicht tief verschneit, aber auch 20 Zentimeter Schnee gehen abseits des Trampelpfads ganz schön in die Beine. In Creux-des-Biches ist das Wetter trotz aufkommender Wolken immer noch gut und so entscheiden sich alle für die zusätzliche Wegschlaufe. Mit den Zeitangaben nimmt man es im Jura scheinbar nicht so genau, auf diesem Stück benötigen wir mehr Zeit, als angegeben. Beim Wendepunkt in Le Boéchet haben wir mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder zurück zum letzten Bahnhof oder vorwärts zum nächsten Bahnhof. Bei beiden Varianten müssten wir ziemlich zügig gehen. Ganz spontan und angesichts der immer dunkler werdenden Wolken am Himmel entscheiden wir uns für die dritte Variante, einen Kaffeehalt im nahe gelegenen Restaurant.

Pünktlich fährt der Zug ein und auch der Halt auf Verlangen klappt tadellos. Da diese Haltestelle nicht bedient ist, können wir unsere Schneeschuhe und Stöcke im Zug deponieren. Der Bahnmitarbeiter, der das Material einsammeln muss ist nicht zu beneiden. Auch der letzte Special-Event im 2007 ist ein voller Erfolg, an dieser Stelle ein grosses Merci an die Organisatorin Ursula.

Wir freuen uns bereits auf weitere Events.