12.02.05 WINTERZAUBER

RPJ. Am 12. Februar verhinderten monsunartige Regenfälle bis auf über 2000 Meter die Durchführung der ersten SPECIAL-EVENTS-Schneeschuh-Tour. Nach einer Telefonabsage-Orgie wurde der Event kurzerhand um eine Woche auf den 19. Februar verschoben. Bedingt durch die kurzfristige Verschiebung nahmen nicht wie ursprünglich angemeldet 22 Teilnehmende, sondern deren 7 am Event teil.

Die Sonne drückte noch durch, als die S1 von Bern bis Thun nach und nach David, Sigi, Liechtis, Trix sowie Rolf und die Organisatorin Ursula zusammenführte. Dank einem ausgeklügelten Zug-Enter-Management konnten wir trotz Ferienverkehr sowohl von Thun bis Spiez als auch von Spiez nach Zweisimmen zusammen sitzen. Zwischen Spiez und Zweisimmen wurden bereits die Rucksäcke etwas erleichtert und der Magen gefüllt. David nutzte die Zeit, um sich die diversen Jackensäcke, Brust-, Bauch und Gesässtaschen (sowie evtl. weitere Geheimverstecke) mit Farmer-Riegeln aufzufüllen. In einem modernsten Pendelzug gings weiter bis nach Matten.

Vom Bahnhof aus dirigierte uns Ursula auf dem (offiziell) direktesten Weg zum Ferienhaus Alpina, der „Basis“ von Hans Ruedi Seewer (www.swiss-trail.ch). Nach einer Pinkelpause gings dann mit dem Allrad-Kleinbus los in Richtung Albristen. Die Fahrt ging „flach“ (iiiiirgendwie hatten wir den Eindruck, dass Ursula die Definition von „flach“ nicht exakt gleich auslegte wie wir) hinauf bis wir in einer Kurve aussteigen und das diverse Material fassen durften: Airboard, Schneeschuhe, Stöcke, Helm und wer wollte Knieschoner. Da kam doch der eine oder andere Rucksack bereits an seine „Grenzen“.

Nach einer kurzen Schneeschuh-Instruktion durch Hans Ruedi wurden die Treter montiert und schon gings los. Höher und höher stiegen wir einem Bachlauf entlang Richtung „unterer Albrist“. Inzwischen hatte ein leichter Schneefall eingesetzt; dieser konnte jedoch die gute Stimmung in keiner Weise trüben. Durch die Stille der Natur, tiefverschneite Waldpartien und mehr oder weniger steile Alpweiden gewannen wir immer mehr an Höhe. Der Lärm und die Hektik des Alltags lagen weit hinter uns zurück. Die einzigen Geräusche wurden von uns selber verursacht. Das Zusammendrücken des Schnees unter den Schneeschuhen, das „Klack“ wenn der Stock den zwischenzeitlich auftretenden Brucharst durchbrach, Wortfetzen und vielleicht hie und da ein „verräterisches“ Keuchen. Nach ca. einer Stunde Aufstieg wurde Hans Ruedi doch „vom Mitleid gepackt“ und er liess uns bei einer Berghütte kurz einmal tief durchatmen.

Schon bald gings weiter mehr oder weniger der Falllinie entlang Richtung da, wo die Schneeflocken herkamen. Alle genossen Hans Ruedi’s interessanten Ausführungen unterwegs; zum einen, weil da immer eine Verschnaufpause möglich war, zum andern, weil’s einfach enorm interessant war, mehr über Schnee, die Wildtiere und die Gefahren im Schnee zu erfahren.

Auf der Alp „untere Albristen“ angekommen ging’s gleich darum, die Airboards aufzublasen. Wer noch Luft hatte, half jenen, welche vielleicht gerade einmal ein bisschen ausser Atem gekommen waren. Nachdem die Rucksäcke möglichst kompakt gepackt waren wurden die Helme montiert. 

So besonnen und sicher wie uns Mr. „swiss-trail“ nach oben geführt hatte, so sicher führte er uns wieder zurück zu seinem Bus, welcher einige 100 Höhenmeter weiter unten auf uns wartete. Wir wurden sorgfältig angeleitet und durften so er-fahren, dass das Airboard-Vergnügen nicht unbedingt einen Unfall zur Folge haben muss. Hier war nichts mehr zu spüren vom (angeblichen) Airboard-Motto „wer bremst verliert!“. Den ersten Teil der „Abfahrt“ gings wegen des vielen Pulverschnees und der etwas zu flachen „Fahrbahn“ noch zu Fuss, doch dann ging’s definitiv los. Ein spezielles Gefühl, selbst für gestandene Schlittler und Rodler. Sich Kopf voran auf diesem (so allerdings auch gut gepolsterten) Gummi-Teil ohne Kanten nach unten zu „stürzen“, brauchte doch gerade einige Überwindung. Da wir die Schneeschuhe weiterhin an den Füssen trugen, konnten wir allerdings jederzeit „die Notbremse ausfahren“ Nach einigen Downhill-Strecken, Traversierversuchen und dem einen oder anderen Neuschnee-Taucher ereichten wir ohne nennenswerte Blessuren den Ausgangspunkt unserer Tour. Irgendwie wurden wir den Eindruck nicht los, dass die Luft aus den Airboards etwas schneller draussen war als sie reinging.

Via Matten wurden wir mit dem Bus nach Fermel gefahren. Im Restaurant Alpenrose, einer nicht wirklich vom Touristenrummel überrollten und daher umso gemütlicheren Herberge wurden wir zum Abschluss mit einem herrlichen Fondue überrascht. Das Überraschungs-Caramelköpfli war dann einfach noch das Sahnehäubchen. Nach einigen Analysen und der Aufarbeitung des Erlebnisse vom Nachmittag wurden wir dann erneut durch die herrlich verschneite Winterlandschaft zurück an den Bahnhof von Matten chauffiert.

Glücklich, an diesem Tag etwas besonderes in freier Natur erlebt zu haben traten wir die Rückreise an. Die gute Stimmung auf der Anreise, beim Aufstieg, den ersten Airboard-Erfahrungen, dem Fondue und der Rückfahrt werden uns noch lange in guter Erinnerung bleiben. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch an Hans Ruedi Seewer von swiss-trail und natürlich an Ursula, die Event-Organisatorin.

Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen fürs ursprüngliche Datum werden wir voraussichtlich im nächsten Jahr wohl wieder einen ähnlichen Event anbieten.