02.03.2019 CRISTAL-ENERGY

RPW. Am 2. März 2019 stand bereits der 2. SPECIAL-EVENT im Jahr 2019 auf dem Programm. Während 9 Personen gut gelaunt im Zug reisten, begaben sich 4 weitere Teilnehmende per Auto ins Oberland. Dank der Zentralbahn durften die Zugreisenden zwischen Interlaken Ost und Meiringen sogar etwas 1.-Klass-Luft schnuppern (gegen einen von SPECIAL-EVENTS übernommenen Aufpreis!). Ab Meiringen ging’s dann mit dem Meiringen-Innertkirchen-Express parallel zur Aareschlucht durch den Kirchet und pünktlich trafen die Zug-Anreisenden beim Treffpunkt „KWO“ in Innertkirchen ein.

Die Autofahrer warteten bereits am Treffpunkt, zudem hatte uns die Kraftwerke Oberhasli AG noch 8 „Fremdlinge“ mit auf diesen Nachmittagsausflug geschickt.

Nach einer kurzen Begrüssung durch Herrn Pfister (Besucherführer der KWO) bog auch schon das Postauto von der Hauptstrasse ab und die gesamte Gruppe inklusive noch ein paar Hospiz-Anreisende konnten sofort „boarden“. Nach kurzer Fahrt über Guttannen hielt das Postauto bei der Zentrale Handeck.

Während die Hospiz-Gäste gleich per Gondel in die Höhe schwebten, durften wir zum Zeitvertrieb eine erste Führung durch das Kraftwerk Handeck 1 – gespiesen vom 500 Meter höher gelegenen Gelmer-See – geniessen. Eindrücklich war auch der Blick in den Bahnhof der Stollenbahn, welche bei Lawinengefahr die Verbindung nach Guttannen und Innertkirchen sicherstellen würde.

Nach dieser bereits eindrücklichen Führung ging’s dann mit der Gersteneggbahn hoch bis vor die Räterichsboden-Staumauer. Nun hiess es Umsteigen in den mit 16 Plätzen für 21 Passagiere doch etwas knapp bemessenen Kleinbus. Bei den Sitzplätzen hiess es „dr Tifiger isch dr Gschwinder“ und im Tunnel ging’s weiter…

Der 3 km lange Tunnel führt erst der Länge nach unter dem Rhäterichsbodenstausee und dann dem Grimselsee durch bis unter dessen andere Seite.

Hier tief im Berg befindet sich das Pumpspeicherwerk Grimsel 2. Während Spitzenbedarfszeiten, zB. unter der Woche am Mittag wird hier das Wasser, welches vom Oberaarsee durch eine mehr als 4 Meter Durchmesser aufweisende Druckleitung herabschiesst in bis zu 4 Turbinen à 20 Megawatt Leistung turbiniert. In Spitzenzeiten kann also alleine dieses unterirdische Kraftwerk (es gibt im Haslital insgesamt 13 Kraftwerke mit insgesamt über 30 Turbinen) in etwa die gleiche Leistung erbringen wie das Kernkraftwerk Mühleberg.

Während aber „Mühleberg” den Nachteil hat, dass hier Tag und Nacht konstant gleichviel Energie produziert wird hat das besichtigte Kraftwerk den grossen Vorteil, dass dieses nur Strom produziert, wenn dieser auch benötigt wird. Besser noch… in der Nacht oder am Wochenende, wenn in den KKW und Flusskraftwerken mehr Energie produziert wird als der Endverbraucher benötigt, stellt das Pumpspeicherwerk den Betrieb um und pumpt das Wasser aus dem Grimselsee mit billigem Nachtstrom wieder hoch in den Oberaarsee um dasselbe Wasser dann bei der nächsten Bedarfsspitze erneut zu nutzen. Der Energieverlust für’s Zurückpumpen beträgt lediglich 20 %, was sich natürlich bei billiger Überschussenergie fürs Pumpen sehr gut rechnet.

Dass eine Generatorgruppe etwas schwerer ist als ein Velodynamo scheint hier verständlich. Wenn man dann aber hört dass der schwerste beim Unterhalt verwendete Schraubenschlüssel über 80 kg wiegt und per Kran herangefahren wird ist das nahezu gleich eindrücklich wie wenn für das Hochheben der Welle (Achse) dieses Generators beide 80-Tonnen-Krane notwendig sind weil diese Welle doch gerade mal 130 Tonnen auf die Waage bringt. So als Vergleich →eine SBB-Bahn-2000-Lok RE 460 bringt gerade mal 84 Tonnen auf die Waage.

Nachdem wir auch noch einen Blick auf die „Wasserhahnen” in der Schieber-Halle werfen konnten und die ersten 4 Treppen-Etappen des Notausgangs erkundet hatten (die restlichen über 700 Treppentritte liessen wir grosszügigerweise aus) verliessen wir den grossen Maschinensaal und fuhren wiederum mit dem Bus in Richtung Ausgang.

Gut einen Kilometer vor dem Tageslicht durften wir dann noch einen Blick in die Kristallgruft erhaschen. Die beim Tunnelbau zufällig entdeckte Gruft dürfte wohl die Grösste gesamthaft erhaltene Ansammlung von Bergkristallen in unseren Breitengraden sein. Die Anwesenden werden dieses Glitzern und Funkeln der mehrere Meter tief in den Granit reichenden und super beleuchteten Grotte sooo schnell nicht mehr vergessen.

Nun hiess es dann halt auch hier einmal „Licht aus” und Abschied nehmen und schon bald gab uns der Berg wieder frei und wir schwebten per Gondel runter nach Handeck und von da brachte uns das Postauto pünktlich zurück nach Innertkirchen.

Nachdem sich die ÖV-Nutzer von den Autofahrern verabschiedet hatten ging’s wieder mit der Meiringen-Innertkirchen-Bahn – pilotiert von einem sehr netten und von einer SPECIAL-EVENTS-Login-Ausbildungs-Spezialistin assistierten Lokführer – zurück nach Meiringen. Hier blieb für die Koffein-Junkies gerade noch genügen Zeit um beim AVEC-Dealer noch was „zu mischeln“. Weiter in der 1. Klasse bis Interlaken Ost und ab da im reservierten IC bis nach Thun oder Bern.

Wir danken allen Teilnehmenden für Ihr Interesse an diesem sicher eindrücklichen und gelungenen Event.