23.07.05 5 YEARS LATER

Die gemütliche Fahrradtour entlang der etwas verspätet eröffneten Bahn2000-Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist

RPJ. Kurz nach 0830 an diesem angenehmen Samstagmorgen hatten nahezu alle Angemeldeten den SBB-Bahnhof in Schönbühl gefunden. Ob per Zug, per Auto oder sogar per Fahrrad waren sie alle zum Treffpunkt gelangt. Nachdem der Organisator Rolf die Vorverschiebung um 1 Stunde kurz verteidigen durfte startete die fröhliche Gruppe Richtung Mattstetten.

Ob’s an Dänu’s Bodensee-Trainingswoche lag, ob’s das angenehme Wetter war oder ob er sich einfach in sein Schicksal gefügt hatte konnte nicht eruiert werden… wie auch immer: Trotz Autobahnunterführungen und Eisenbahnüberführungen wurde nicht über die Definition von „flach“ oder „eben“ diskutiert. Bei ca. 20 Grad ging die Fahrt über Mattstetten, Münchringen und Kernenried weiter Richtung Kirchberg. Leichter Rückenwind trug natürlich noch zusätzlich zur guten Stimmung bei. Reagierten doch einige überrascht, als plötzlich rechterhand bereits der Bahn2000-Tunnel Lyssach und das IKEA-Gebäude auftauchten.

Bei einem Sportplatz in Kirchberg wurde eine erste kurze Verschnaufpause eingelegt. Hier dämmerte es auch Lie Burkhalter, dass doch in der Einladung irgendwas von „Grill“ zum Mittagessen zu lesen war und sie ihre Samstagseinkäufe und die Sandwiches wohl mehr als Ballast denn als notwändige Zwischenverpflegng mitgenommen hatte. Rolf hatte noch die Gelegenheit, sich etwas dem Pedal seines Fahrrades zu widmen. Die Pedalgeräusche seines sonst so tollen Fahrrades erinnerten irgendwie eher an Grossmutters Kaffeemahlwerk denn an ein Schweizer Qualitätsfahrrad.

Nun, wie auch immer, begleitet von diesem Knirschgeräusch gings dann weiter. Nach dem Queren der Hauptstrasse in Kirchberg strampelte das „Feld“ in Richtung Ersigen, Oberösch, Niederösch, immer weiter entlang von reifen Korn- und Maisfeldern, schönen Bauernhöfen oder auch mal einem hässlichen Getreidesilo. In Koppigen konnte der Organisator sein Versprechen „1 Stunde früher, dafür Kaffeehalt“ einlösen. Im Garten-Café der Bäckerei Flury konnten die Energie- und Moralspeicher wieder aufgefüllt werden.

Frisch gestärkt durchradelten wir Höchstetten um dann in Aeschi (SO) „völlig unmotiviert“ die offizielle Fahrradroute zu verlassen und in eine Sackgasse zu radeln. Nein, nicht dass sich SPECIAL-EVENTS in der Strasse geirrt hätte… am Ende der „Sackgasse“ gings über einen Feldweg (eine Homage an die Mountain-Bike-Besitzer) direkt hinunter zum lauschigen Burgaeschi-Seelein. Statt einer gemütlichen Pause stand nun ein ganz kurzer Aufstieg an. Oben angekommen trafen die Teilehmenden auf „Madame“ Cornelia Moser, welche der Gruppe von Langenthal aus entgegengeradelt war. Nach der kurzen Begrüssungszeremonie näherten wir uns bereits Niederönz und Herzogenbuchsee. Hier hätte Jean-Pierre beinahe erfahren müssen, dass das Befriedigen menschlicher Grundbedürfnisse zum falschen Zeitpunkt möglicherweise Anschluss zur Gruppe abbrechen lassen könnte. Sigi hielt jedoch das Feld zusammen und nach der rassigen Abfahrt zum Bahnhof von Herzogenbuchsee galt es, die kurze Steigung zum Schwimmbad desselben Ortes zu überwinden. Noch lange vor dem Besenwagen waren alle 16 Teilnehmenden beim Sportplatz oben im Dorf angekommen. Nach einer weiteren guten Viertelstunde, exakt um 1200 war Thunstetten erreicht und das Dorf wurde rechterhand umfahren. Umfahren?

Bei einem der letzten Häuser vor dem Wald stand bereits Denny Rothen am Grill. Überraschung für viele: Die Mittagsrast durften wir auf Sippe Rothen’s nigelnagelneuem Hazienda-Sitzplatz abhalten. Nebst Bratwurst und Pouletbrust wurden die Anwesenden mit Salaten, Brot, mehr als genug Pommes Chips (vgl. Bericht FAR WEST) und einem feinen Dessert verwöhnt. Gegen Ende dieses gemütlichen Teils teilte Rolf die „Delinquenten“ in die Fahrgruppen „leicht“ und „leicht weniger leicht“ ein. Zugegebenermassen wirkten einige Teilnehmende leicht irritiert, als auf der Teilnehmerliste aus „leicht weniger leicht“ plötzlich „HC-Hardcore“ wurde.

Der Aufbruch erfolgte kurz nach dem obligaten Gruppenfoto. Als ob die Mittagsrast auch Rolf’s Fahrrad gut getan hätte… Ab hier gab dieses keinen Laut mehr von sich, die Beschwerden waren wie weggewischt. Nach der erholsamen Abfahrt nach Langenthal teilte sich das Teilnehmerfeld in die zwei „vorbestimmten“ Gruppen auf.

Die Gruppe „leicht“ wurde in der Folge von Ursula gemütlich auch dem etwas weniger hügeligen „Parcour“ via Langenthal, Aarwangen, Wolfwil, Boningen und Aarburg nach Olten geführt. Vorbei an einigen ATEL-Bauten (und Verbauungen), vorbereiteten Feuerwerken gings gemütlich entlang der Aare und der Neubaustrecke nach Olten.

Die Gruppe „leicht weniger leicht“ (wir verwenden hier selbstverständlich die offizielle Bezeichnung) pedalte dann weiter nach Roggwil und St. Urban. Hier wartete in der Folge die erste erwähnenswerte Steigung gleich neben dem Altersheim. Nein, niemand wollte hier bereits lieber vom Fahrrad ab- und ins Altersheim eintreten. Nachdem die Höhe erklommen war gings wiederum gemütlich runter Richtung Pfaffnau. Noch vor dem Ort hiess es links abbiegen Richtung Zofingen. Jene, die sich bis dahin noch nicht genügend ausgetobt hatten, lieferten sich bei der letzten grösseren Steigung nach der Ortschaft „Vordemwald“ gar noch einen kleinen Bergpreis.

Zur Belohnung winkte dann a) die letzte Abfahrt und b) der erfrischende Trunk im Bahnhofsrestaurant von Zofingen. Noch wichtig zu erwähnen wäre hier, dass die Distanzprüfung von Daniel Zaugg eine Tagesleistung von 62,19 km ergab. Soooo gemunkelt hatte also der Organisator Rolf mit der Angabe von ca. 62 km wohl doch nicht…

SPECIAL-EVENTS bedankt sich bei allen Teilnehmenden fürs mitmachen. Rolf Peter und Ursula Aeberhard danken wir für die Organisation und Führung, Daniel Zaugg für’s Web und die Kilometerverifizierung. Petrus danken wir fürs Wetterglück, es war angenehm trocken und trotzdem nicht allzu heiss; kurz: Es hat gestimmt und „gfägt“!