29.+ 30.06.02 TOUR D’ARTEPLAGES

(c) LIE Frei nach dem Motto „Morgenstund hat Gold im Mund – und Blei in den Beinen“ trifft sich an diesem schönen, jedoch kühlen Samstag Morgen eine Schar von mehr oder weniger munteren RadlerInnen auf Perron 1 im Bahnhof Bern. Leider muss der Ausfall von Gabriela Walther infolge Magenverstimmung beklagt werden. (Mittlerweile soll sie aber wieder auf dem Weg der Besserung sein). Pünktlich um 07.59 h fährt die S-Bahn Richtung Laupen ein. Wie verstaut man 12 Fahrräder in zwei Abteilen für je 5 Räder? Unterschiedliche Techniken führen zum Erfolg und wir meistern diese erste Klippe. Etliche, mancher würde sagen unendlich viele Haltestellen später treffen wir in Laupen ein. Die Räder stehen oder hängen immer noch ordentlich an ihrem Platz und werden danach auf den Bahnsteig gehievt. Dort werden wir schon von Vreni und Jean-Pierre Riecker begrüsst, die bereits ein kurzes Aufwärmtraining absolviert haben. (Mit Handschuhen, versteht sich)

Kluge Köpfe schützen sich bekanntlich und so werden Velohelm und Sonnencreme montiert. Obwohl Ursula bis zu letzt skeptisch war, gelingt es auch mir, den Helm über meine Haarmähne zu stülpen und unglaublich aber wahr, die Frisur hält! Auch ohne Dreiwettertaft. Gut geschützt und motiviert macht sich also die Gruppe von 14 RadlerInnen auf den Weg zur Tour d‘ Arteplages. Nach einer kurzen Fahrt treffen wir beim idyllisch gelegenen Fussballplatz von Kleinbösingen ein, wo unser Catering-Service in Person von Dänu Zaugg schon mit dem wohlverdienten Frühstück wartet. Gestärkt mit Kaffee, Züpfe und Müesli geht es bei idealen Temperaturen weiter durchs Freiburgerland.

In gemächlichem Tempo führt uns Rolf Peter vorbei an Feldern, Wiesen und Dörfern. Ursula Aeberhard und Daniel Rothen sorgen am Schluss dafür, dass sich kein Schäfchen verirrt. Gurmels, Salvenach, Münchenwiler, Salavaux…. Aber wo ist nun der Murtensee? Damit auch ich mich Geografisch wieder zurechtfinde, erklimmen wir Vallamand. „Nach einer ersten starken Steigung ist es praktisch flach“, so wurde mir gesagt. Und plötzlich bekommt der Ausdruck „flach“ eine völlig neue Bedeutung! Ob auf zwei Rädern oder auf zwei Beinen, alle haben den Aufstieg gemeistert und werden mit einer tollen Aussicht und einer Zwischenverpflegung belohnt. Und Monolith sei Dank, weiss auch ich jetzt, wo Murten liegt.

Einige Unentwegte brennen darauf den Aufstieg zum Mont Vully unter die Räder zu nehmen und um den Bergpreis zu kämpfen. So trennt sich unsere Gruppe in Bergflöhe unter der Leitung von Ursula und Abfahrer unter dem Kommando von Rolf. Ich entscheide mich natürlich für die gemütliche Variante und wir nehmen die Abfahrt unter die Räder. „Gring ache, pfiffegrad mit 60 Kmh s Loch dürab freese, weisch wi geil!“ Nach diesem Geschwindigkeitsrausch geht es weiter durchs Gemüseland und bei der neuen Rotary Brücke warten wir auf die Bergflöhe. Den Bergpreis soll Christoph vor Ursula gewonnen haben, wie mir aus zuverlässiger Quelle berichtet wird. Ein kurzes Fotoshooting und weiter geht die Fahrt Richtung Ins.

Langsam aber sicher macht sich der Magen bemerkbar und endlich erreichen wir die Grillstelle in Ins, wo die Kohle bereits glüht und Koteletts, Pouletschenkel und Bratwürste nur darauf warten, von hungrigen Mündern verschlungen zu werden. Als Spezialität des Hauses wird Züpfentoast mit Streichkäse à discretion serviert, bis auch Jean-Pierre wirklich satt ist. Nach Kaffee, Dessert und Güetzi wäre ein Mittagsschläfchen nun richtig gemütlich. Aber nein, unser Sklaventreiber hetzt uns zurück in den Sattel! „De haut, wes mues erzwängt si…“ Herzlichen Dank an Dänu Zaugg, der für unser leibliches Wohl gesorgt hat und jederzeit für den Pannenservice einsatzbereit war.

Nun geht es Richtung Vinelz und dem Bielersee entlang weiter. Das heisst, der See lässt sich nur erahnen, die glücklichen Privatgrundbesitzer verhindern die freie Sicht auf das kühle Nass. Eine letzte Steigung beim Stauwehr von Hagneck wird fotografisch für die Ewigkeit festgehalten und nun bleibt es wirklich flach und ausnahmsweise kann ich als Flachländerin das bestätigen. Selbst Beatrice lässt sich davon überzeugen. Entlang des Hagneckkanals erreichen wir Aarberg. Hier trennen sich nun unsere Wege und wir verabschieden uns von den ersten. Eine Gruppe nimmt den Heimweg nach Bern entlang der Aare unter die Räder. Die restlichen Teilnehmer der Velotour treffen kurze Zeit später im Etappenort Lyss ein. Im Gegensatz zur Tour de Suisse Ankunft ein paar Tage zuvor verläuft unsere Zieleinfahrt ohne Medienspektakel. Rolf teilt uns noch die technischen Daten mit: 70 km, 3 ½ Std. Fahrzeit, ø Geschwindigkeit 20 Kmh. Nach der Verabschiedung treten wir den Heimweg per Zug oder Rad an.

Besten Dank an Ursula und Rolf für diesen einmal mehr perfekt organisierten Event.

© Lie