14.+ 15.09.02 QUALMENDER SCHUH

gws. Freiwillig (!) trafen sich am Samstag Morgen um 06.45 Uhr (!) im Bahnhof Bern die acht Wandervögel Christian Pfund, Giovanna Severgnini, Manuela Zingg, Pierre Chanez, Thomas Bloem, Patrick Siegfried, Daniel Rothen und Gabriela Walther zum ersten Kaffee des Tages. Den meisten Teilnehmern des Wander-Weekends „Qualmender Schuh“ von Special-Events war anzusehen, dass es in der letzten Nacht wohl nicht zu 8 Stunden Schlaf gereicht hatte … Pünktlich um 06.54 fuhr unser Zug los in Richtung Interlaken. In Thun begrüssten wir Frühaufsteher dann die Langschläfer Rolf Peter, Ursula Aeberhard, Karin Zbinden, Philipp Spring und Isabelle Not. Vereint fuhr die fröhliche Wandergruppe nun nach Interlaken, wo wir Schlafsäcke, Zahnbürstli und alles andere, was erst abends benötigt wurde, unserem Freund und Helfer Daniel Zaugg abgeben durften. Er hatte sich zur Verfügung gestellt, das Gepäck zum „Etappenziel“ des ersten Tages, nach Beatenberg zu verfrachten. Weiter ging’s per Postauto durch die herrliche Gegend hinauf nach Habkern (1055 MüM), das wir um 08.02 erreichten. Zu unserer grossen Freude fanden wir ein bereits geöffnetes Restaurant, und konnten uns mit Kaffee und heisser Schoggi – spendiert von Special-Events – für den bevorstehenden Aufstieg stärken.

Für den ersten Tag hatte das Programm „Wanderung: ungefähr 5 Stunden, Höhenunterschied 1’000 Meter Steigung“ verheissen. Und zu Beginn schien das Motto zu lauten: erst steigen wir, wandern können wir später … Aber trotz der recht steilen Route und dem in Strömen fliessenden Schweiss blieb die Stimmung äusserst heiter. Das tolle Wetter und der wunder-volle Ausblick auf die umliegenden Berge trugen dazu natürlich wesentlich bei.

Wir meisterten auch gewisse Prüfungen wie den „verlorenen Wanderweg“, den wir durch Ausschwärmen in alle Richtungen und Sigis Adlerblick glücklich wiederfanden, oder die „Schlamm-Etappe“ (keine Angst, kein Vollbad … der Pflotsch reichte nur bis zu den Knien …) zur vollen Zufriedenheit unseres Wanderführers Rolf. Schon bald hatten wir die Hälfte der zu bewältigenden Höhenmeter erklommen und genossen bei der Hütte Bäreney – auf 1683 m – eine kurze Rast und die fantastische Aussicht. Ein weiteres Highlight erwartete uns beim Aufstieg zum Gemmenalphorn: ein Rudel Steinböcke lagerte wenige Meter vom Wanderweg entfernt! Ein herrliches Erlebnis, zehn dieser seltenen Tieren in aller Ruhe beobachten zu können! Einige Meter weiter entdeckten wir dann auf der Krete auch noch eine Gämse mit ihrem Jungtier.

Auf dem Gemmenalphorn genossen wir das sensationelle 360 ° Alpenpanorama und eine erholsame Mittagsrast. Die Vorsichtigen erneuerten ihren Sonnenschutz und auch unser „volles-Risiko“-Daniel liess sich (endlich und leider etwas zu spät) eincremen, bevor wir zum höchsten Punkt der Wanderung aufbrachen. Der Burgfeldstand den wir über einen wunderbaren Grat-Wanderweg erreichten, liegt mit seinen 2063 MüM nämlich sogar noch zwei Meter höher als das Gemmenalphorn. Weiter ging’s nun wirklich locker bis zum Niederhorn (1949 MüM), wo wir nach einer kleinen Stärkung in die Gondelbahn stiegen und dem Ueberraschungs-Event entgegenschwebten. Bei der Zwischenstation behändigten wir Trottinetts, montierten die Sturzhelme und sausten talwärts. Unterwegs gelang es uns, eine hilfsbereite Passantin zum Fötele unseres wilden Haufens zu bewegen.

In Beatenberg wechselten wir vom Trottinett zum Postauto – im längsten Dorf Europas wäre nämlich der Spaziergang ins Zentrum bereits eine sportliche Herausforderung … Neun Teilnehmer bezogen dort ihr Quartier im Stroh, vier wanderten zum anderen Ende des Dorfes zu ihrem Hotel. Abends trafen wir uns alle mit Daniel und Sabine Zaugg zum Hamme-im-Brotteig-Schmaus im urchigen Boden Beizli. Nach einem sehr vergnüglichen Abend und einer wohl nicht für alle gleich erholsamen Nacht trafen wir uns zum Frühstück wieder alle im Boden Beizli. Nach einem ausgiebigen Zmorge mit viel Geplauder, Gelächter und ausführlichem Diskutieren von Daniels Sonnenbrand begaben wir uns zum Einkauf in die Bäckerei. Auf dem Rückweg begegneten wir dem sicher berühmtesten Einwohner von Beatenberg, Erich von Däniken. Leider erkannte er uns nicht …

Bei strahlendem Sonnenschein nahmen wir den Rückweg nach Habkern unter die Füsse. Durch Wiesen und Wälder führte der Pfad uns dem Hang entlang, stets mit bezaubernder Aussicht ins Tal und zu den Bergriesen des Berner Oberlandes. Pierre wanderte trotz seiner schmerzhaften Knieverletzung tapfer mit bis Waldegg, wo er sich dann doch für die kürzere Route entscheiden musste. Wir wählten eine eineinhalbstündige Schlaufe und erreichten Mitte Nachmittag Habkern, von wo wir im Postauto nach Interlaken reisten. Da offenbar Tausende das sonnige Wochenende für einen Ausflug genutzt hatten, waren wir sehr froh über die Platzreservation im Zug nach Bern. In Thun verliess uns ein Teil der Gruppe (die anfangs erwähnten Langschläfer) und in Bern löste sich die lustige „Horde“ dann ganz auf. Wir danken dem Eventverantwortlichen und Wanderführer, Rolf Peter, ganz herzlich für die erstklassige Organisation dieses tollen Wochenendes!

Auf das nächste Wander-Weekend von Special-Events freuen wir uns jetzt schon!

Gabriela Walther
Schönbühl, 27. September 2002