13.12.02 FREITAG DER 13.

RPO. Lange liess SPECIAL-EVENTS die möglichen Interessenten warten, was denn wohl am Freitag, dem 13. Dezember 2002, so auf die Teilnehmenden warten könnte. Rechtzeitig vor dem Anlass wurde vom Eventverantwortlichen Daniel Rothen die Einladung mit etwas mehr Details versandt… Besuch in einer Pastafabrik. Eine Pastafabrik in Bern; …gibt’s denn sowas? Ich kannte bis an diesem Freitag eigentlich nur Namen wie Barilla, Buitoni, Gala, Jowa, und wie all die anderen grossen Teigwarenhersteller heissen. Sollte es aber vielleicht Berna-Spaghetti oder sogar Bären-Nudeln geben?

Nun gut, um 18.00 trafen auch die letzten Teilnehmenden der ersten Gruppe im Bierhübeli ein. Nach einem Abstecher zu einem gewissen Frontera (es gab da noch eine Lampe zu deponieren…) erreichten wir die im Tiefparterre eines Wohnblocks gelegene Teigwarenfabrik „La Marra“. Nachdem alle ihre Winterjacken im Hinterzimmer deponiert und (fast alle…) ihre Küchenschürze montiert hatten, erhielten wir vom Maestro, Herrn La Marra, eine aufschlussreiche Einführung über die Teigwarenherstellung. Mehr Hartweizen trocknet besser, Eier und Mehl geben einen stabileren Teig und überhaupt, am besten futtert man die Teigwaren frisch und weder gedörrt noch schockgefroren. Den Teigwarenteig hatte uns der Maestro bereits vorbereitet.

… Was, dieses grobkörnige Zeugs soll Teigwarenteig sein? Aber oh Wunder, nach 4-5 Walzdurchgängen hatten wir schon mal etwa 3 Meter (und etwa 1 cm dick) des für unsere späteren Gestaltungsversuche benötigten Rohstoffs. Der Teig wurde nun auf einen Kunstoffstab aufgerollt und anschliessend in einer anderen Walze auf die Enddicke ausgewalzt. Anschliessend wurden Teams gebildet und jedes Team konnte sich eine Ravioliform auswählen. Ach ja, noch bevor wir uns selbst der Teigwarenbastelei versuchen durften, folgte noch der hygienische Part. Finger mit Seife gründlich waschen, mit Desinfektionsmitteln einreiben und dann… komisch, riecht es so nicht jeweils beim „Halbgott in Weiss“?

In der Folge wurde in mehreren Arbeitsgängen Teig über die jeweilige Form gelegt, angedrückt, die entstandenen Vertiefungen mit Spinat- oder Lachsfüllung gefüllt, die Klebestellen befeuchtet, das ganze wieder mit einer zweiten Teigplache zugedeckt und mit dem Wallholz herzhaft aufeinandergepresst. Dann wurde die Form verkehrt auf den Tisch gestürzt und die Holzform vom Buckelteig (ich nenne ihn jetzt mal so…) gelöst. Wenn man nun also mit dem Zahnrad richtig zwischen den Buckeln durchraste, entstanden Teigwaren, die doch hin und wieder echt an Ravioli oder an Triangoli (gibt’s die noch?) erinnerten. Noch zu erwähnen wäre vielleicht die eine oder andere Panne; ging doch auch mal ein Dressiersack gegen hinten los oder fuhr ein Qualitätserzeugnis an den Boden. Wie auch immer, am Schluss der Veranstaltung hatte es genug Ravioli für alle.

Im zweiten produktiven Teil wurden dann die gewalzten Teigwarenblachen durch die Nudelwalze geführt, so dass hinten wahlweise viereckige Spaghetti (runde gibt’s schliesslich nur da, wo die Teigmasse gepresst und nicht gewalzt wird; also bei allen Grossproduzenten… ? hättet Ihr wohl ohne SPECIAL-EVENTS nie erfahren…). Die Nudelwalze, oder wie das Teil auch geheissen hat, stellte eigentlich zwei Hauptherausforderungen: A) beim Nudelteig einführen nicht auch noch gleich die Finger schnippeln lassen und B) hinten die Nudeln/Spaghetti ergreifen, bevor sie zu Boden fahren…

So gab es dann bei der Pasta-Bastelei viel zu lachen und sicher noch die eine oder andere Episode, welche ich als Schreiberling nicht mitbekommen habe. Die Zeit in der Pasta-Fabrik verging wie im Flug und wir waren schon beim Abpacken der Köstlichkeiten (schliesslich durften wir unsere Werke auch mit nach Hause nehmen…), als uns ein paar unterkühlte Gesichter vor den Fenstern der Fabrik irgendwie an die schockgefrohrenen Nudeln erinnerten… Da waren sie also, die Teilnehmenden der zweiten Gruppe. Nun hiess es, die Beute, sprich die abgepackten Köstlichkeiten, zusammenzuraufen und das Weite zu suchen. Selbstverständlich war für die Teigwarenfetischisten, welche bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht genug Pasta gesehen hatten, der Fabrikladen noch für kurze Zeit geöffnet. Übrigens: „La Marra“ produziert pro Tag zwischen 100 und 150 kg Teigwaren für den eigenen Laden und vor allem für direkt belieferte Gastro-Betriebe.

Nachdem wir Stöcklis, sie nahmen wie Küblis und die Sippe Reber-Thun erstmals an einem Event teil, verabschiedet hatten, teilten wir uns auf die zwei zur Verfügung stehenden Autos auf und fuhren nach Liebefeld zum Restaurant „Barbaro“.

Nach langem Warten durften wir beim Hüttenwart eine erste Getränkebestellung aufgeben. Irgendwie wurde ich den Gedanken nicht los, dass der Herr Wirt an diesem Tag wohl gelinde gesagt etwas verschlossen gewirkt hat. Nachdem die Herren Riecker und Affolter vor Hunger schon fast Stücke aus der Tischplatte gebissen hatten sickerte das Gerücht durch, dass die zweite Gruppe auch schon unterwegs ins Restaurant sei. So haben wir dann gebeten, man möge das „Futter“ auffahren. Noch während die Salate, Fleischsaucen und die Bouillon aufgefahren wurden, trafen die letzten Hungrigen ein. Nach und nach löste sich dann der Stau am Buffet auf und die Rinds-, Truten- oder Schweinefleischstücke wurden in der mit Grünzeugs durchsetzten Bouillon gekocht.

Auch wenn vielleicht der eine oder andere vorübergehende Brot- oder Reis-Engpass zu beklagen war und auch Daniel Zaugg’s klagenden „Pommes-Frites“-Rufe vom Wirt ungehört verhallten, darf man doch sagen, dass wohl alle das Lokal kurz vor Mitternacht ohne Hunger und in guter Stimmung verlassen haben. Die vielen Teilnehmenden hatten wieder einmal recht, die Abwesenden haben was verpasst. Ich möchte an dieser Stelle Daniel Rothen ganz herzlich für die Idee und die Organisation dieses gelungenen Events danken.

Rolf, der Schreiber